Death Valley Nationalpark

Der schwarze Asphalt fühlt sich weich an, wenn man sich der tiefroten Felswand im Herzen des Parks nähert. Das „Feuertal“ macht seinem Namen Ehre – mit der Temperatur, aber auch den Farben. Rund geschliffene rostrote Felsblöcke, 70 oder 80 m hoch, säumen die Parkstraße. Kalkbleiche Bänder ziehen sich durch die Klippen – Western-Kulisse. Über einer kahlen, weiß-glatten Felsebene ragen 100 m hoch die Zacken einer feuerroten Felswand auf. Ein steinernes Flammenmeer.

In eine Felswand haben Wind und Wetter seltsame Löcher gefressen, die einem wie Augen nachschauen. In einer anderen Wand sind uralte indianische Ritzzeichungen – Petroglyphen – zu erkennen. Erlebnisse, die erarbeitet sein wollen: Wie in einer finnischen Sauna ist es hier. Heiß, aber auch so trocken, dass der Schweiß gar nicht von der Stirn tropft, sondern gleich verdunstet.

Auf der Weiterfahrt nach Westen flirrt die Hitze über dem Highway. Hin und wieder wischt eine Casinowerbung vorbei. Zunächst dehnen sich weite Steppentäler entlang der Straße, dann folgen kahle Berge. Doch schließlich, zwei Fahrstunden nordwestlich von Las Vegas, öffnet sich die Erde zum tiefsten Tal der westlichen Hemisphäre, dem Death Valley.

Der erster Stopp liegt hoch über dem Tal des Todes: Dante’s View. Ein gewaltiges Panorama. Kein Mensch, kein Haus versperrt die Sicht bis zum fernen Horizont – nur dürre Wüstenebenen, nackte ockerbraune Berge, ausgetrocknete Seen und Salzpfannen. Eine Welt im Urzustand, ein geologisches Inferno. Über 200 km zieht sich das Death Valley im gleichnamigen Nationalpark hin und reicht an der tiefsten Stelle bis auf 86 m unter dem Meeresspiegel. Die Berge ringsum bilden mit einer Höhe von bis zu 3000 m einen eindrucksvollen Kontrast.

Doch auch die Aussicht vom Zabriskie Point ist nicht minder beeindruckend. Kein Lufthauch regt sich. Schwer vorstellbar, dass es in der Gluthitze hier unten im Tal Leben gibt. Tomesha, „brennender Boden“, sollen die Indianer früher das Death Valley genannt haben. Doch bei näherer Betrachtung entdeckt man kleine Kakteen – eine winzige Echse huscht hinter einen Stein. Es gibt, das Visitor Center des Nationalparks zeigt es, hier über 1000 Pflanzenarten und sogar winzige Fische in den Bächen, die in Salzseen münden. Fische, die nur hier vorkommen. Das Todestal ist ein ganz eigener Mikrokosmos. Die UNESCO hat die Region sogar zum geschützten Biosphären-Reservat erklärt.

Vor der Ausfahrt aus dem Tal noch ein Halt bei Stovepipe Wells: Feiner Sand unter den Füßen, 30 – 40 m hohe Dünenberge. Kilometerweit staffeln sich die vom Wüstenwind angehäuften Dünen in der Mitte des Tals nordwärts. Ein filmberühmtes Bild, denn die Dünen tauchten in vielen alten Hollywood-Filmen auf und später verirrten sich im „Krieg der Sterne“ die beiden Roboter R2D2 und C3P0 in diesen Sandbergen.

Highlights

“Devils Golf Course” & Trockene Salzseen

Lang gezogene Salzseen und ausgetrocknete Flusstäler zeugen von der gnadenlosen Hitze im Sommer und den extrem seltenen Niederschlägen. Der “Golfplatz des Teufels” ist eine enorme Salzpfanne am Fuße des Death Valley. Der einst 10 Meter tiefe See besteht aus Mineralien, die im Wasser aufgelöst und zurückgelassen wurden. Zurück blieb der Badwater Basin. Die komplette Fläche bleibt trocken und erlaubt somit dem Wetter verschiedene Formen zu gestalten.

Geisterstädte & Verlassene Minen

Im Death Valley findet man einige Geisterstädte und verlassene Minen. Die „Radcliff mine“ zum Beispiel brachte bis zu 15 Tonnen Gold hervor und wurden danach schnell wieder verlassen. Andere Stäte wie Panamint City wurden von sogenannten „outlaws“ gegründet und von einer Flut weitgehend zerstört. Die meisten Städte und Minen erreicht man heute noch über zahlreiche Wanderwege.

Sailing Stones

Das Phänomen beschreibt die Bewegung von Steinen, bei der sie eine lange Spur hinter sich her ziehen. Die Steine werden von brechenden Eisplatten in kurz und heftig eintretenden Wintern und starken Winden mit bis zu 5 Metern pro Minute bewegt. Dieses einzigartige Naturschauspiel muss man gesehen haben.

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