Lake Mead / Hoover Dam

Wie aus einem Riesenfass strahlend blauer Tinte hingegossen liegt der Lake Mead ganz im Süden Nevadas. Ein fetter Klecks, ringsum fahlbraune Wüstenberge. Darüber ein unendlich weiter, ebenso blauer Himmel mit ein paar fedrigen Wolken. Nur eine halbe Stunde von Las Vegas öffnet sich hinter jeder Kurve eine neue bizarre Wüstenszenerie. Rings um die Metropole warten Naturparks in felsiger Bergwelt ebenso wie spektakuläre Werke aus Menschenhand.

Kurz hinter dem Örtchen Boulder folgt eine zerklüftete Hügelkette. Ein paar Kurven, ein paar Treppen, dann stehen wir auf der neuen Brücke über den Colorado River. Seit 2010 fließt der Verkehr auf der grazilen Brücke zwischen Nevada und Arizona über den Canyon des Colorado River. Doch es lohnt sich, vom Parkplatz zu Fuß zur Brücke hinaufzusteigen: Vom Gehweg bietet sich der schönste Blick auf den Hoover Damm. In voller Breite steht die gewaltige Betonwand vor uns, die seit 1935 dem Fluss den Weg versperrt. Der Auslauf des Colorado ist nur ein schmales Band tief unten in der Schlucht.

Mit dem Beton des Hoover Dam könnte man eine zweispurige Straße von New York nach San Francisco bauen – ein beeindruckender Bau. 221 m hoch ist die Staumauer. Dass sie an der Basis ebenfalls gut 200 m dick ist, erleben wir bei der Damm-Tour. Unser Guide Jeff bringt uns per Aufzug in die Eingeweide des Dammes: „Ein einziger der 17 Generatoren hier kann einhunderttausend Haushalte mit Strom versorgen“, erzählt er. Und der Lichterglanz der Casinos in Las Vegas wäre ohne den Damm auch nicht möglich.

Erfrischend kalt ist das Wasser des Lake Mead, den der Hoover Dam aufstaut. In stetem Auf und Ab führt der Highway am Nordufer des Lake Mead tiefer in die Wüste. Breite Talsohlen mit sanftem Anstieg, dann wieder tiefe Bacheinschnitte, in denen nach den seltenen Gewitterregen das Wasser zum See hin rauscht. Nur ein paar dürre Büsche säumen den Weg, manchmal Kakteen. Dann wieder ragen milchgraue oder rosarote Felsen und Erosionskegel schroff am Straßenrand auf. Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Death Valley.