Rodeos

Ungebunden, arbeitswillig, trinkfest

Der Begriff Cowboy oder Buckaroo umschrieb einen ganz besonderen Menschenschlag – unverheiratete Wanderarbeiter, deren Besitz sich oft auf ihr Pferd, ihren Sattel, ihren Hut und eine Schlafdecke beschränkte und die mit eisernem Arbeitswillen, einer hohen Schmerzgrenze und Trinkfestigkeit von sich reden machten. Obwohl Vaqueros heute kaum noch in Nevada zu finden sind, haben zahlreiche spanische Begriffe in der Sprache der Buckaroos überdauert: „Lariat“ (von la reata) für das Lasso, „chaparral“ für das niedrige Gesträuch der Ebenen oder „chaps“ (von chaparreras) für die schützenden Lederschurze über den Jeans.

Heute veranstaltet fast jede Stadt in Nevada ihr eigenes Rodeo. Kinder können es sogar in der Schule als Wahlfach belegen und mit der Nevada State High School Rodeo Association gibt es einen eigenen Verband, der Schüler-Rodeos für verschiedene Jahrgänge ausrichtet. Hier können sich die Youngsters im Bullenreiten, Calf roping (das Einfangen eines Kalbs mit dem Lasso vom Pferd aus), Barrell racing und Pole bending (Hindernisparcours zu Pferd) messen. Doch auch wer nicht einer alten Cowboy-Familie entstammt, kann in Nevada echte Cowboyluft schnuppern: Staub, Pferdeschweiß und Sattelknirschen. Bei den mehr als zwanzig Rodeos, die Jahr für Jahr in Nevada veranstaltet werden, messen die besten, die schnellsten und die furchtlosesten Cowboys und Cowgirls ihre Kräfte. Zu den Highlights gehören die National Finals in Las Vegas. Vor 20.000 Zuschauern werden hier im Thomas and Mack Center zehn Tage lang jeden Dezember die Champs der Rodeokultur gefeiert. Zehntausende Dollar Preisgelder sind hier beim Bullenreiten, Broncoreiten mit und ohne Sattel, Hindernisparcours, Stier-Ringen und Lassowerfen zu gewinnen.

Das Reno Rodeo, das jeden Juni stattfindet, bezeichnet sich selbst als „wildestes, umfangreichstes Rodeo des Westens“. Neben den üblichen Disziplinen gibt es hier noch das „Junior Roping“ und „Mutton Busting“, den Ritt auf einem wilden Schaf sowie das „Businessmen´s Steer Decorating“, bei dem es darum geht, in Zweierteams einem Stier eine Schleife an den Schwanz zu binden. Highlight des Reno Rodeos ist jedoch der 80 km lange Cattle Drive, ein echter Viehtrieb, bei dem über fünf Tage 300 Kühe von Doyle in Kalifornien nach Reno getrieben werden. Wer ein lokales Rodeo in authentischer Atmosphäre erleben möchte, ist beim Winnemucca Ranch Hand Rodeo im Frühjahr goldrichtig.

Rodeos wie dieses finden überall in Nevada statt. Rancherfamilien aus der ganzen Gegend kommen hier zusammen, um ihre Kultur zu feiern. Beim Winnemucca Ranch Hand Rodeo wird neben den klassischen Disziplinen die „Ranchhand des Jahres“ gewählt, ein Kinder-Rodeo veranstaltet und mit dem Fangen und Melken einer wilden Kuh ein Publikumsfavorit vorgeführt.