Cowboys und Schafhirten

Die Wurzeln des Wilden Westens

Über den California Trail zogen im 19. Jahrhundert auch tausende Basken, Cowboys und Schafhirten, aus den europäischen Pyrenäen westwärts. Viele kamen, um in den Erzminen zu arbeiten, aber als Schafhirten bot sich ihnen ein besseres Auskommen. Mit den Minenarbeitern stieg der Fleischbedarf rapide und schließlich sollen zwei Millionen den Norden Nevadas bevölkert haben. Die baskischen Schafhirten zählten zu den härtesten Kerlen in den Sierras – ausgerüstet mit wenig mehr als einem Esel, einem Hirtenhund, einem Zelt und ein paar Decken durchstreiften sie die Weiten der Wüsten und Gebirge zu jeder Jahreszeit.
Die Schafherden sind inzwischen fast verschwunden, aber die baskische Kultur im Norden Nevadas ist weiter quicklebendig. Auf sommerlichen Baskenfestivals in Elko und Winnemucca entlang der Interstate 80 kann man an der uralten Kultur teilhaben. Publikumsrenner sind die sogenannten Strongman-Events, in denen bullige Männer um die Wette Steine heben und schleppen, Heuballen werfen und Holz hacken. Aber auch traditionelle Tänze, Musik und das Pelota genannte Handballspiel gehören dazu.

Männer (und Frauen), die schneller als ihr Schatten ziehen

Auch andere Traditionen des Wilden Westens werden in Nevada am Leben gehalten. Bei der Weltmeisterschaft der Schnell-Zieher, die im Oktober in Fallon abgehalten wird, geht es um einen schnellen Arm und eine ruhige Hand. Die Teilnehmer tragen Westernkluft (Basecaps sind verpönt), Cowboynamen wie „Quick Cal“, „Masked Rider“ oder „Tombstone Kid“, und wenn sie ihre Revolver ziehen, geht es um tausendstel Sekunden und Treffsicherheit. Natürlich steht man sich hier nicht gegenüber, sondern aufgereiht an der Schusslinie nebeneinander. Die Besten sind weniger als eine halbe Sekunde schnell. Laien dürfen ihre Fingerfertigkeit gerne einmal mit Wachspatronen testen. Alle wichtigen Informationen gibt es hier.