Las Vegas

Glitzer mitten in der Wüste – Amerika pur

Es ist Freitagabend, und auf dem „Las Vegas Strip“ ist noch etwas mehr los als sonst. Menschentrauben schieben sich entlang der breiten Gehwege vor den Casino-Palästen. Es ist 10 Uhr abends und doch herrschen gut 30 Grad Hitze – der Wüstentag glüht nach. Pärchen, Grüppchen, Familien ziehen vorbei, staunen über die hell beleuchteten Wasserspiele vor einem Casino, über den Vulkanausbruch vor einem anderen. Betrachten die zuckenden Leuchtreklamen aus Tausenden von LED-Lampen und die schrill kostümierten Elvis-Darsteller am Weg.

Las Vegas ist Amerika pur. Ein wildes Gemenge an Farben, Formen und Stilelementen und dennoch unterhaltsam und lehrreich zugleich. Denn Las Vegas ist auch die Verkörperung des amerikanischen Traums, des Traums vom Erfolg und dem schnellen Geld, den die Casinos verkörpern. Ein paar Dollar muss man Fortuna schon mal opfern und das Kribbeln in den Fingern spüren. Doch nichts ist Gold, was glänzt – die Neon-City ist eine grandiose Illusion. Las Vegas inszeniert sich rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, als eine Traumwelt jenseits von Raum und Zeit. Die Glitzerstadt ist eine Bühne für die Welt, mit Kulissen aus dem alten Rom, Paris, New York und Venedig, aus Wildwest-Geisterstädten und tropischen Lagunen. Auch kulinarisch ist die ganze Welt vertreten: In den letzten Jahren haben Sterneköche aus Frankreich, Spanien und Japan und natürlich auch die besten Chefs Amerikas eigene Restaurants in Las Vegas eröffnet. Der besten Burger des Landes rühmt sich Las Vegas sowieso. Und der besten Shows, denn nach dem Dinner geht es ab ins Nachtleben zu den Artisten des Cirque du Soleil, zu Musik-Shows, Zauberern und zu Weltstars wie Elton John oder Celine Dion. Las Vegas ist wie ein Rausch, in den es sich wunderbar versinken lässt, in dem sich das Lichterkarussell immer weiter dreht. Die ganze Nacht.

Der nächste Morgen beginnt spät, die Sonne verbirgt sich lange hinter den schweren Vorhängen am Hotelfenster. Draußen herrscht schon gleißendes Licht, es ist Zeit, wieder etwas Bodenhaftung zu bekommen. Und das ist in der Zwei-Millionen-Metropole tagsüber gar nicht so schwer. Jenseits der Hotelpools und Discount-Shoppingmalls lässt sich in Las Vegas allerlei Sehenswertes entdecken: Zum Beispiel die illustre Geschichte der Mafia in der Spielerstadt im neuen „Mob Museum“ oder die Geheimnisse der Wüste im Öko-Museum „Springs Preserve“. Viertelstündlich schießt dort sogar eine Gewitterflut einen nachgebauten Canyon herab.