Ein Roadtrip durch Nevada

Mehr als Neon, Glücksritter und Casinos

Las Vegas, Clubs und Casinos sind nur eine von vielen Facetten Nevadas. Wer den „Old West“ hautnah erleben will, ist im „Silver State” genau richtig, zum Beispiel in den vielen kleinen Städten entlang der Interstate 80 oder auf einer der zahlreichen Dude Ranches. Inspirierend und atemberaubend sind auch die vielfältigen Landschaften Nevadas. Um so viel wie möglich von Nevada kennen zu lernen, braucht es vor allem Zeit und Lust auf Abenteuer. Denn dieser Roadtrip ist mit stattlichen 799 Meilen wahrlich nichts für Greenhorns.

Ein Roadtrip durch den alten Westen

Endlose Bergketten, Wüstentäler und Sagebrush-Landschaften ziehen unter einem roten Abendhimmel wie ein alter Western Klassiker von Sergio Leone am Autofenster vorbei. Der beste Ort, um in die lang vergangene Zeit der legendären Outlaws, Cowboys und Goldgräber einzutauchen.

Der Roadtrip durch Nevada beginnt in Reno, der “größten Kleinstadt der Welt”. Hier wird die Kultur der Cowboys in Ehren gehalten, zu den Highlights des Jahres zählt das berühmte Reno Rodeo. Renos Innenstadt überrascht mit einer Vielfalt an Casinos, Clubs, Bars, Kaffeehäusern, Brauereien und Restaurants. Von Reno aus geht es auf der Interstate 80 weiter zum ersten Zwischenstopp im romantischen Örtchen Lovelock, in dem am Valentinstag unzählige Liebespaare ihre Liebe besiegeln. Der perfekte Platz für eine kurze Verschnaufpause.

Die nächste Etappe und erster Übernachtungs-Stopp auf der Interstate 80 ist die Stadt Winnemucca, bekannt für ihr baskisches Erbe. In den zahlreichen baskischen Restaurants und liebevoll gepflegten Traditionen lebt es weiter. Absolut sehenswert ist das Buckaroo Hall of Fame & Heritage Museum in Winnemucca, wo der Geist wahrer Legenden des amerikanischen Westens bewahrt wurde.

Pures Westerngefühl erleben

Der nächste Halt auf der Tour durch den Norden des „Silver States” ist Elko, das Zentrum der Cowboy Kultur Nevadas. Jährlich versammeln sich Western-Fans und Cowboys im Western Folklife Center, um am National Cowboy Poetry Gathering teilzunehmen. Ein weiteres Highlight ist J.M. Capriola, eine der berühmtesten Sattlereien der Welt, wo man dem Sattler bei der Arbeit über die Schulter schauen darf und coole Souvenirs findet. Elko bietet sich ebenfalls als Ort zum Übernachten an und als Basis für einen Abstecher in die Ruby Mountains östlich von Elko, um bei Outdoor- Aktivitäten wie Wandern, Fischen und Reiten echtes Western-Feeling zu erleben.

Von Elko aus führt die Route über die Nevada State Route 227 (NV-227) bis zur Abzweigung auf die NV-228 und weiter über den Harrison Pass bis zur NV-767 durch die bezaubernden Landschaften des Ruby Valley, das zum Fotografieren förmlich einlädt. Um viele großartige Bilder reicher geht es weiter auf der NV-229, die in den US Highway 93 mündet.

Der bringt die Reisenden zum nächsten Ziel, die einst geschäftige Bergbaustadt Ely. Sie bezaubert heute mit ihrem historischen Dorfkern, der Elys Vergangenheit als Bergbau- und Eisenbahn-Stadt widerspiegelt. Das Highlight in Ely ist jedoch die Nevada Northern Railway. Wo einst Kupfer aus den Bergwerken zur Hauptstrecke der Eisenbahn transportiert wurde, fahren heute begeisterte Eisenbahnfans in historischen Zuggarnituren oder sogar als Lokführer auf einer originalen Dampflok mit. Nach der Übernachtung in Ely und dem Auffüllen des Reiseproviants geht es weiter auf die einsamste Straße Amerikas, den U.S. Highway 50.

Der Highway 50 folgt der Route des legendären Pony Express. Erster Halt ist die Stadt Eureka, wo es ein veritables Opernhause und ein Gerichtsgebäude aus dem 19. Jh. zu besichtigen gibt. Nächste Station: Austin, der letzte Stopp mit Übernachtung. Von dort aus lohnt sich ein kleiner Abstecher zu den Spencer Hot Springs um die müden Knochen etwas zu entspannen.

Ein Ausflug in die Vergangenheit

Weiter geht es auf dem Highway 50 bis zur Middlegate Station, die 1860 als Pony Express Station errichtet wurde. Heute ist dieses echte Oldschool Roadhouse berühmt und berüchtigt für seinen legendären Burger: Für das „Middlegate Monster” sollte man viel Hunger mitbringen.

Letzte Station auf dem Roadtrip ist Virginia City, die im Jahr 1860 als boomende Bergbaustadt gegründet wurde, wie so viele Städte im „Silver State”. Mit einer authentischen Holzpromenade und vielen historischen Bauwerken aus dem 19. Jahrhundert, wie Kirchen, Museen, Saloons und Opernhaus, gilt Virginia City als einer der am besten erhaltenen Boomtowns des Wilden Westens. Die perfekte Kulisse für ein spektakuläres Selfie! Es fühlt sich an, als wäre man rund 150 Jahre in die Vergangenheit gereist.

Nach rund 1286 km „Roadmovie“ und einem besseren Einblick in Nevadas Vergangenheit und Landschaft, schließt sich der Kreis in Reno, dem Ausgangspunkt der Reise im Norden des Silver States.

 

 

    Natur pur und Abenteuer außerhalb der Städte

    Nevada im Südwesten der USA wird oft unterschätzt, obwohl der Staat neben dem beliebten Großstadtdschungel Las Vegas so viel zu bieten hat. Naturliebhaber und Abenteurer entdecken die Natur auf ganz besondere Art und Weise im Silver State.

    Den sternenklareren Himmel beobachten

    Weit entfernt von den Glitzerlichtern und Casinos von Las Vegas und Reno, findet man in Nevada einige der dunkelsten Nachthimmel des Landes, welche hervorragend zum Sterne bestaunen einladen. In Tonopah kann man nach Sonnenuntergang über 7000 Sterne am Himmel bestaunen einschließlich der Milchstraße. An der Grenze zu Utah im Osten Nevadas befindet sich der Great Basin Nationalpark, der ebenfalls als beliebter Ort für Sterngucker bekannt ist. Im Frühjahr 2016 wurde Great Basin zum International Dark Sky Park ernannt! In einer klaren, mondlosen Nacht sind Tausende von Sternen, fünf der acht Planeten unseres Sonnensystems, Sternhaufen, Meteore, künstliche Satelliten, die Andromeda-Galaxie und die Milchstraße mit bloßem Auge zu sehen. Das Gebiet verfügt über einige der dunkelsten Nachthimmel in den Vereinigten Staaten. Es gibt kaum etwas Vergleichbares.

    Wildpferde entdecken

    Auf einem Road Trip durch Nevada wird man immer wieder mal wilde Esel und Pferde sehen. Wenn sie zwischen den leuchtend gelben Wüstensalbeisträuchern grasen oder durch die Ebenen traben, ist das Klischeebild vom Wilden Westen perfekt! Bei den Pferden handelt es sich zumeist um wilde Mustangs. Sie sind sehr scheu und gefährdet. Daher hat Nevada mit der Wild Horse State Recreation Area für sie ein Schutzgebiet eingerichtet. Es befindet sich rund 70 Meilen nördlich von Elko. In der Region Reno-Tahoe werden Touren zu den Pferden angeboten und es gibt einige private Ranches – teilweise mit Übernachtungsmöglichkeiten, die sich der Pflege kranker Tiere und dem Schutz der Wildpferde widmen. Wer von Reno nach Virginia City mit dem Auto unterwegs ist sollte unbedingt die Augen aufhalten. Dort sind die scheuen Tiere öfter zu sehen und in Kombination mit der einzigartigen Landschaft entstehen hier unvergessliche Urlaubsfotos.

    Wandern, entdecken und staunen im Red Rock Nationalpark

    Der Red Rock Canyon ist ein gigantisches Netzwerk atemberaubender Schluchten und surrealen Steinformationen, etwa 30 Kilometer östlich von Las Vegas, die sich ideal für einen Tagesausflug anbieten. Im Kontrast zum nicht weit entfernten und hell erleuchteten Las Vegas bietet der Red Rock Canyon nach einer kurzen Fahrt wunderschöne Wüstenlandschaft, hohe Felsgebilde und eine über 200 Säugetierarten reiche Tierwelt. Von sandigen Dünen, genialen Aussichtspunkten auf facettenreiche Canyons, Wander– und Klettertouren über teils feuerrote Felsen vorbei an Wasserfällen zum „Spring of Life“ – für jeden ist hier etwas geboten.